Der innere Schweinehund

Eines der wohl meist gehassten Tiere der Welt. Schlimmer als die grauenvollsten Spinnen und die hässlichsten Nacktschnecken! Das personifizierte Grauen, dagegen sind die gruseligsten Horrorfilme ein Kindergeburtstag.

Dein innerer Schweinehund

Und das ganze Theater nicht nur unberechtigt sondern auch kontraproduktiv, aber lass mich das näher erläutern. Genau genommen ist er ein sehr possierliches Wesen der dich nur beschützen will.

Den inneren Schweinehund gibt es genau genommen gar nicht und wenn du ihn für dich erschaffst und dich mit ihm identifizierst, dann hast du (sorry, dass ich das so direkt sage) eh schon verloren!

Energiesparprogramm

Der innere Schweinehund ist nichts weiter als ein Energiespar-programm in den Nervenzellen deines Stammhirns. Es wurde bereits vor Millionen Jahren in uns angelegt um uns vor Überanstrengung zu schützen (übrigens nicht nur bei dir, sondern bei allen Lebewesen). Es schützt dich davor dich mit unwichtigem zu verausgaben, damit du Kräfte übrig hast um vor dem Säbelzahn-tiger zu flüchten. Dieses Programm hat keine eigene Persönlichkeit und es ist auch nicht heute mal stärker und morgen mal weniger stark aktiv. Es ist einfach da und sendet ständig das Signal aus, dass alles zu anstrengend ist und du dich besser auf die Couch legst.

Das Verlangen

Der Kleine braucht auch einen Gegenspieler, sonst würdest du tatsächlich einfach auf deiner Couch verschimmeln. Nämlich „das Verlangen“. Das Verlangen kennst du übrigens auch als Solist, wenn es die Oberhand beim Menschen erlangt. Das sind dann beispielsweise die Workaholics die mit Burn Out in der Klinik landen. Gar nicht so selten sind auch beide in dir aktiv, nur auf verschiedenen Spielfeldern. Im Job das Mädchen für alles und zuhause der Couchpotato, kommt dir das bekannt vor?

Homöostase

Die beiden sind auch nicht ganz alleine auf weiter Flur, es sind noch andere Spieler und Spielerinnen auf dem Platz. Eine wichtige Spielerin ist die „Homöostase“, das ist die „Bewahrerin“, sie ist genau genommen auch ein kleiner Schutzengel. Sie registriert, dass es im Moment vielleicht nicht perfekt ist, aber alles in Ordnung, schließlich hast du bis jetzt überlebt. Also will sie den jetzigen Zustand bewahren. Leider ist sie ein bisschen ängstlich und wenn du mit deinen guten Vorsätzen kommst sagt sie „hmmm, wenn du weniger isst und dich mehr bewegst könnten wir verhungern“ und davor beschütze ich dich jetzt! Ob es dir passt oder nicht.

Normalerweise funktioniert alles gemeinsam recht gut, mal gewinnt das Verlangen nach einem fetten Burger damit du nicht verhungerst, mal gewinnt der innere Schweinehund und du machst ein Nickerchen auf dem Balkon. Und solange alles passt beschäftigt sich die Homöostase damit Gänseblümchen zu bewundern.

Gleichgewicht verloren

Das Problem beginnt wenn dieses Gleichgewicht kippt und du anfängst deinem inneren Schweinehund stärker zu folgen. Und ihm vielleicht sogar eine eigene Persönlichkeit gibst. Dann hat er nämlich einen eigenen Willen, einen eigenen Charakter und eben eine eigene Persönlichkeit. Er existiert also gewissermaßen außerhalb von dir als jemand den du dann nicht mehr beeinflussen kannst. Der Macht über dich hat, die du ihm selbst gegeben hast.

Dann gerät das ganze System durcheinander. Der innere Schweinehund hat kein Interesse daran zum Joggen zu gehen, der liegt lieber auf der Couch und vertröstet das Verlangen indem du dich mit Kartoffelchips und Süßigkeiten vollstopfst. Und die Homöostase ruft „Hurra, wir leben noch“ dazu.

Ausweg

Wenn du das erkannt hast, findest du auch die Lösung. Du darfst es beenden deinen inneren Schweinehund zu personifizieren und allen Beteiligten wieder ihren angestammten Platz zuweisen. Beginne einfach damit deinen inneren Schweinehund zu bezweifeln, wenn „er“ sich meldet, sag ihm mal „Hey Alter, in Wirklichkeit gibt es dich doch gar nicht, oder?“ Aktiviere dein „Verlangen“, gib dem doch auch einen Namen „Fleißige Susi“ oder „Eifriger Hans“. Dann kannst du quasi in einen Dialog treten wenn der Schweinehund nicht zum Joggen gehen will, frag mal die Fleißige Susi ob sie im Sommer in den neuen Bikini passen will. Zusammen mit der Homöostase (Joggen könnte ja schlecht für die Gelenke sein) findet ihr vielleicht den Kompromiss heute „nur“ zu walken.

Viel Spaß beim drüber nachdenken und ausprobieren!

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2 Gedanken zu „Der innere Schweinehund“

  1. Hallo Sepp,

    ich musste gerade schmunzeln, da mich dein Schweinehund doch sehr an meinen Schwellentroll erinnert… wobei der zum Glück wenigstens mein Gewicht nicht beeilflusst. 😉

    Komischerweise hilft es mir gerade sehr gut, meinen Schweinehund oder Schwellentroll zu personifizieren und ‚außerhalb von mir‘ zu sehen. Dann assoziiere ich das Verlangen nach der Couch nicht mit mir, sondern mit ihm und kann klarer dagegen vorgehen. Am Liebsten mit ein bisschen Augenzwinkern, das mag er gar nicht. 😉

    Liebe Grüße,
    Marie

    1. Hallo Marie,
      erst mal Danke für Deinen Kommentar! Gut dass Du einen Weg gefunden hast mit ihm umzugehen, vielleicht auch eine Anregung für andere.
      Liebe Grüße
      Sepp

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